LÖSUNG

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„Wenn der Mensch ein inneres Werk wirken soll; muß er alle seine Kräfte einziehen, recht wie in einem Winkel seiner Seele, und sich vor allen Bildern und Formen verbergen und dort kann er wirken.“

(Meister Eckhart)

In dem Zyklus VOM NUTZEN DES LASSENS nach Meister Eckhart versuche ich, ohne programmatische Selbstaufforderung, ständig meine Verhaftungen mit Vergangenheit aufzulösen. Mein Projekt LOKALE MUSIK sollte so verstanden werden, obwohl man es oft gerade umgekehrt interpretierte, also als Rückwendung, während es in Wirklichkeit doch ein ikonoklastisches Vorgehen war. Ich nahm und nehme mir konservative Phänomene unserer Kultur vor, um sie von ihren wechselseitigen Besetzungen zu lösen. Den Punkt zu erreichen, eben diese Phänomene nicht mehr zu besetzen, sie in ihrer Eigentlichkeit Gestalt werden zu lassen, kommt dem nahe, was im Zen „Nicht-Verhaftet-Sein“ und bei Meister Eckahrt eben „Gelassenheit“ bedeutet.

So gewann der Prozeß Gestalt, ausgehend von dem vitalen und noch Transzendenz verbergenden Stück In der Welt Sein an das der Garten des Vergessens anschließt, der die letzte Floskel des vorherigen Stücks aufgreift und aufbricht durch eine Technik der bewußten ständigen Verwirrung dieser Floskel – sie soll schließlich so ungreifbar werden, daß sie vergessen wird.

Das Stück Abgeschiedenheit als Gegenpol zu In der Welt Sein öffnet den Raum zur eigentlichen Auflösungsarbeit in dem Stück Lösung, das im Nicht-Klang endet. In Lösung werden nur natürliche Flageoletts bis zum 12. Oberton, bei neuer Skordatur 144 Töne, jeder nur einmal intoniert, so daß jeder Ton in genau vorgeschriebener Bogengeschwindigkeit von einem konkreten zu einem aufgelösten Zustand geführt wird, dies zunehmend, bis zur Aufhebung des Tons.