SCHATTEN DER IDEEN 2

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Schatten der Ideen 2 (mit dem Essay „Unisono“ von Hannes Böhringer)
für Klavierquartett (1993)

Schatten der Ideen 2 neu

 

Schatten der Ideen 2 für Klavierquartett (1993) ist eine Unisono-Studie, die in Auseinandersetzung mit Giordano Brunos „Umbrae Idearum“ entstand. Das Klavier als Schatten der Streicher oder umgekehrt. Die Ars Memoriae Brunos realisiert sich in den Wiederholungen der 144 Zellen, die alle verstreut achtmal vorkommen, als Erinnerungsarbeit für den Hörer.

Das Stück wurde zusammen mit dem Text „Unisono“ des Philosophen Hannes Böhringer geschrieben. (in: Lettre 35, S.34/35, 1994)Böhringers Text, auf den sich Schatten der Ideen 2 bezieht, beschäftigt sich mit der Stimme und mit dem Hören. Er geht dem nach, was die Sprache um diese Worte gemacht hat. Daß etwas „Stimme“, daß man ab- oder jemandem zustimme, gehört wortgeschichtlich bestimmt in denselben Zusammenhang wie die „Stimmung“, von der man ja nicht nur bei Instrumenten spricht. Zum Hören rechnet nicht nur das An-und Ab- das Zu- und Hin-, sondem auch das Ge- und Aufhören, was wiederum etwas ganz anderes meint als auf- und gehorchen. Die Komposition radikalisiert die Fragestellungen, von diesen wechselnden Schatten der Ideen her. Schließlich gibt die so komponierte musikalische Erscheinung ihre philosophischen Implikationen frei: Das Unisono verfehlt sich, wie es sich sucht.